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Literatur

Die Geschichte eines kleinen Stücks Papier – Chronik der Berliner Omnibus-Fahrscheine
23.01.2010

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben unter dem Titel "Die Geschichte eines kleinen Stücks Papier" eine umfassende Chronik über die Omnibus-Fahrscheine Berlins herausgegeben. In sechs Kapiteln zu zeitlichen Epochen und zwei kürzeren Kapiteln zur Zukunft der Fahrscheine und zum Entwurf und Druck von Fahrscheinen wird ausführlich auf die Omnibus-Fahrscheine und die zugehörigen Tarife eingegangen. In jedem Kapitel ist eine Tabelle der Preisentwicklung über den entsprechenden Zeitraum enthalten. In diesen Tabellen lassen sich in der Anmerkungsspalte auch viele Details zum Tarif finden, wie etwa die Einführung von "Correspondenz-Fahrscheinen", die ein Umsteigen erlaubten, oder von "Abonnements-Billets" für 2 Fahrten innerhalb von 2 Tagen. Die aktuellste solcher Anmerkungen stammt vom 1. April 2008: Die Sammelkarten werden seither als vier Einzelkarten ausgegeben. Das Buch deckt die Zeit bis August 2009 ab, insgesamt sind 79 Tarifentwicklungen innerhalb von 140 Jahren dokumentiert.

Rund 300 tadellos gedruckte farbige Abbildungen von Fahrscheinen und etwa 100 Abbildungen von Dokumenten und Fahrzeugen illustrieren das 128-seitige Werk. Trotz der grossen Zahl von Abbildungen ist es nicht einfach ein "Bilderbuch" geworden: Der Text führt als roter Faden durch die Kapitel und mit Referenzen wird auf die zugehörigen Fahrkarten und Abbildungen verwiesen.

Die Chronik beginnt mit dem Pferdeomnibus im Jahre 1847, dem ersten als öffentlichem Personennahverkehr zu bezeichnenden Angebot. Der Begriff "Fahrschein" hatte damals noch eine ganz andere Bedeutung: Es war der Ausweis des Führers des Pferdeomnibus und die Reisenden mussten noch keine Fahrscheine im heutigen Sinne erwerben. Man bezahlte direkt in bar.


Das Buch kann allen am öffentlichen Verkehr interessierten Lesern empfohlen werden. Trotz der Beschränkung auf den Omnibus-Verkehr gibt es wohl kaum eine andere Publikation, welche die Tarifentwicklung des öPNV einer Stadt über solch lange Zeit und so detailliert wiedergibt. Schade ist die hintere innere Umschlagseite leer geblieben. Als Pendant zum historischen Omnibus-Netzplan auf der vorderen inneren Umschlagseite hätte hier ein aktueller Netzplan gut gepasst. Als Mangel kann die fehlende ISBN und der ausschliessliche Bezug über den BVG-Shop erwähnt werden: Für den Versand ausserhalb Deutschlands fallen dabei Versand- und Verpackungskosten an, die höher als der Preis des Buches liegen.

Titel: Die Geschichte eines kleinen Stücks Papier – Chronik der Berliner Omnibus-Fahrscheine
Autoren: Peter Müller-Mark, Wolfgang Kramer, Anita Rösler
Art: Etwa 100 Schwarz/Weiss-Abbildungen von Dokumenten und Fahrzeugen, rund 300 farbige Fahrschein-Abbildungen auf 128 Seiten. Format A4. Halbkarton-Einband.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2009
Preis: EUR 14,90 plus Versand und Verpackung.
Verlag: Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) - Bereich Omnibus, Holzmarktstrasse 15-17, D-10179 Berlin
Fahrkarten der Welt
22.11.2008

Gordon Fairchild hat in akribischer und langjähriger Arbeit und der Mithilfe von Sammlerkollegen Fahrkarten aus 259 Ländern zusammen getragen und im soeben im Barteld-Verlag erschienen Buch "Fahrkarten der Welt" dokumentiert. Die Zahl 259 drückt es bereits aus: Im Buch ist nicht nur die aktuelle Ländersituation dargestellt, es finden sich auch zahlreiche Fahrkartenbeispiele aus der Kolonialzeit in diesem sehr ausführlichen Buch (z.B. Südrhodesien, ab 1964 Rhodesien und seit 1980 Simbabwe). Vertreten sind beispielsweise auch das Königreich Bayern, Grossherzogtum Baden, selbstverwaltete Gebiete wie die Färöer-Inseln oder britische Überseegebiete wie Montserrat. Nur wenige Territorien fehlen in diesem Werk, sei es weil von bekannten ehemaligen Verkehrsunternehmen bisher keine Fahrscheine aufgetaucht sind (z.B. Belize) oder gar nicht bekannt ist, ob es öffentlichen Verkehr mit Fahrkarten überhaupt gegeben hat (z.B. Spitzbergen). Die Zahl der abgebildeten Fahrkarten variiert von Land zu Land, für die USA ist beispielsweise jeder Bundesstaat mindestens mit einem Fahrschein vertreten. Insgesamt sind mehr als 900 Fahrscheine abgebildet.

Das Buch ist sehr klar strukturiert. Zu jedem behandelten Land gibt es einen ganz kurzen Text zum politischen Profil und eine Kartenskizze zeigt die ungefähre Lage. Jede abgebildete Fahrkarte ist von einer Legende begleitet, die aus einer Nummer für die Querverweise, einer möglichst genauen Angabe des Ausgabejahres, der Angabe des ausgebenden Verkehrsunternehmens und aus Anmerkungen zur Fahrkarte besteht. Wo Auswahl bestand wurden nicht primär ausgefallene Fahrkarten gewählt – diesen Typus gibt es beispielsweise mit der finnischen Fahrkarte für einen Begräbniszug – sondern ganz normale Tickets. Dies können auch solche sein, die eine typische Eigenschaft des öffentlichen Verkehrs eines Landes repräsentieren. Ein Beispiel dieser Art ist eine Fahrkarte aus der Schweiz, die für eine Fahrt mit sechs verschiedenen Unternehmen und drei verschiedenen Verkehrsmitteln Gültigkeit hatte. Praktisch nicht vertreten sind die aktuellsten Computertickets.

"Fahrkarten der Welt" ist die sehr gut umgesetzte Übersetzung des fast gleichzeitig erschienenen englischen Originals "Local Tickets of Global Lands" aus dem gleichen Verlag. Um die Struktur der zahlreichen Querverweise beizubehalten, folgt die alphabetische Auflistung der Länder dem englischen Original. Die dadurch entstehenden Unterschiede (Ägypten findet sich z.B. unter E für Egypt oder Deutschland unter G für Germany) sind in der einleitenden Darstellung der Buchstruktur gut erklärt und auch zu Beginn der Unterkapitel sofort klar ersichtlich.

Nebst dem Hauptteil mit den nach Ländern gegliederten Abbildungen besteht das Werk auch aus einem einleitenden Text und mehreren Anhängen (Liste der Verkehrsunternehmen, Index der behandelten Länder, umfangreiches Literaturverzeichnis). Eingestreut sind kurze Porträts von Persönlichkeiten, die auf Fahrkarten abgebildet sind. Der einleitende Text ist ein Querschnitt durch das Fahrkartenwesen mit sehr vielen konkreten Hinweisen auf Fahrkarten. Leider sind nicht alle der in diesem Textteil erwähnten Fahrkarten im Buch abgebildet, ein Teil der Neugier des Lesers kann so nicht befriedigt werden.

Das Buch ist sorgfältig gedruckt und sehr ansprechend gestaltet. Die Abbildungen sind mit ganz wenigen Ausnahmen von ausgezeichneter Qualität, was nicht selbstverständlich ist, da dem Autor nicht alle Fahrkarten physisch vorlagen und die Kopien/Scans aus verschiedensten Quellen stammen.


Für den Fahrkartensammler ist dieses Werk fast ein Muss. Bisher gibt es noch keine vergleichbare Publikation, welche das Fahrkartenspektrum geographisch auch nur annähernd umfassend abgedeckt hat. Das Buch kann auch als Nachschlagewerk zur Einordnung eigener Fundstücke ausgezeichnete Dienste leisten. Die Reduktion des Interessentenkreises auf Sammler wird dem Fahrkarten-Atlas aber nicht gerecht. Die Fülle der Information hat einen grösseren Leserkreis verdient und ist eine spannende Lektüre für alle, die sich für Geschichte und Geographie der Welt und ihrer Länder interessieren. Einmal mehr zeigt sich, dass Fahrkarten viel mehr als ein blosser Beleg für Fahrgeld sind. Dem Aufdruck kann man beispielsweise Informationen über Einflussverhältnisse, Sprachen oder Währungen entnehmen, die Druckart und -qualität liefern Erkenntnisse zur technischen Entwicklung.

Website zum Buch Neues Fenster
Titel: Fahrkarten der Welt
Autor: Gordon Fairchild
Art: Über 900 farbige Abbildungen auf 208 Seiten. Format A4, Festeinband.
ISBN: 978-3-935961-12-7
Erscheinungsjahr: 2008
Preis: EUR 47,00, CHF 78 zuzüglich Versand
Verlag: H.-J. Barteld REDAKTION & VERLAG, Robert-Guezou-Straße 27, D-07980 Berga/Elster. email info@barteld-verlag.de
Besonderes: Unter dem Titel "Local Tickets of Global Lands" (ISBN 978-3-935961-11-0) ist das englische Original aus dem selben Verlag erhältlich.
Angebot und Preise der SBB und der Nachbarbahnen SNCF, DB, FS/Trenitalia und ÖBB. Vergleich und Bewertung
29.03.2008

Carlo Pfund – ehemaliger Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr der Schweiz – hat die 2006 erstmals veröffentlichte Broschüre "Angebot und Preise der SBB und der Nachbarbahnen SNCF, DB, FS/Trenitalia und ÖBB. Vergleich und Bewertung" mit Stand 2008 überarbeitet und der LITRA (Informationsdienst des öffentlichen Verkehrs) hat sie in der "Gelben Linie" publiziert. Besonders die Entwicklungen bei der SNCF haben eine Neubeurteilung sinnvoll erscheinen lassen. Selbst der SNCF-Basistarif – jetzt unter dem Namen "Loisir réduit" geführt – hat mittlerweile fünf Ermässigungsstufen in Abhängigkeit des Kaufdatums!

Die neue Ausgabe orientiert sich im Aufbau und bei vielen Inhalten an der Vorgängerversion, die Zahlen sind jedoch durchgehend auf neustem Stand. Neu integriert sind Informationen zur veränderten Tarif-/Preisstruktur bei der SNCF, die Yield Management bei Eisenbahnen auf ein bisher nicht vorhandenes Niveau bringt. Ausgebaut wurden die Angaben zur Preispolitik. Vertieft erläutert wurden die Forderungen der Politik – der Bundesrat führt die SBB mit strategischen Zielen und einer Leistungsvereinbarung. Neu wird auch die Teuerungsentwicklung mit dem Ertrag pro Personenkilometer verglichen. Beide Themen werden im Gegensatz zum Titel der Broschüre jedoch leider nur für die Schweiz aufgenommen. Grössere Anpassungen erfuhr auch das letzte Kapitel mit den Überlegungen für die Zukunft der Angebots- und Preissysteme des öffentlichen Verkehrs. Bahn 2000 und EasyRide haben hier keine Bedeutung mehr.

Die Broschüre ist sehr lesenswert. Die aktuellen Tarife von SBB, SNCF, DB, FS und ÖBB werden übersichtlich präsentiert. Die Beurteilung nimmt auch Rücksicht auf die besonderen Gegebenheiten der verschiedenen Länder. Eingebracht wird auch immer wieder die Kundensicht - nicht nur aus der reinen Preisoptik sondern auch aus psychologischer Sicht.

Wenn man sich für die dritte Ausgabe des Vergleichs etwas wünschen könnte, so wäre dies die Untersuchung der Tarifsysteme und deren Anpassung (oder Nicht-Anpassung) an die Reisedistanzen und -häufigkeiten der öV-Kunden.

Die Broschüre aus der "Gelben Reihe" der LITRA ist als pdf-Datei auf der Website der LITRA Neues Fenster oder direkt hier erhältlich. (220 kB)

(siehe auch Rezension vom 18.06.2006)

Titel: Angebot und Preise der SBB und der Nachbarbahnen SNCF, DB, FS/Trenitalia und ÖBB. Vergleich und Bewertung. Stand Januar 2008
Autor: Carlo Pfund
Art: Broschüre im Format A5. Schwarz-weiss, gelb. 32 Seiten.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2008
Preis: gratis (als pdf-Datei)
Verlag: LITRA, Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr, Spitalgasse 30, Postfach 7123, CH-3001 Bern
Fahrkarten in Deutschland. Herstellung und Entwicklung
27.08.2006

Anlässlich des Jubiläums zum 25-jährigen Bestehens des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein wurde 2001 auch eine Fahrkarten-Dauerausstellung eröffnet und mit einem umfangreichen Katalog dokumentiert. Im Museum werden mit Geräten aus der letzten Fahrkartendruckerei der DB (München) jährlich noch rund 20'000 bis 30'000 Edmondsons gedruckt.

Der Katalog besteht aus drei Hauptteilen. Die ersten rund 10 Seiten sind überwiegend der Deutschen Geschichte der Fahrkarte gewidmet. Die zeitliche Darstellung reicht bis zu den Computerausdrucken und enthält immer auch Hinweise zum Tarif und der Handhabung der Fahrscheine. Den grössten Teil des Werks nehmen die Abbildungen der Fahrkarten im zweiten Teil ein. In diesem Bildteil (schwarz-weiss) werden unter anderem fast 100 Fahrkarten der 12 wichtigsten Länder- und Privatbahnen ab 1857 gezeigt. Auf den letzten rund 15 Seiten wird dann die Herstellung von Fahrkarten und die Entwicklung der entsprechenden Druckmaschinen, Schalterdrucker und Automaten erläutert. Zahlreiche illustrative Abbildungen von Druckmaschinen und Hilfsmitteln werten hier den Text zusätzlich auf.

Die preiswerte Dokumentation ist nicht nur für die Besucher des Museums empfehlenswert. Der Katalog ist selbsterklärend und die Bezeichnung "Katalog" eigentlich eine Untertreibung. Zwar findet man Angaben zur Geschichte der Fahrkarten auch in anderer Literatur, doch ist sie in diesem Werk gut geglückt zuammengefasst. Speziell wertvoll an der Dokumentation ist der Teil über den Fahrkartendruck - auch weil er von einem Praktiker des Drucks von Edmondsons stammt und das Thema selten aufgenommen wird. Ein Wunsch für künftige Auflagen bleibt: Einige Abbildungen sollten etwas heller gedruckt werden, damit auch in den dunklen Partien noch Kontraste sichtbar bleiben.

Der Katalog ist ausschliesslich direkt beim Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein erhältlich. (Öffnungszeiten unter www.museumsbahn.de). Auf Wunsch wird das Werk auch per Post zugestellt.

Titel: Fahrkarten in Deutschland. Herstellung und Entwicklung. Katalog zur Dauerausstellung im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein.
Autor: Ralph Völger
Art: Ringbuch im Format A4. 330 Abbildungen (schwarz-weiss). 80 Seiten.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2001
Preis: EUR 7,50 (ohne Versand)
Verlag: Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein, Steinstrasse 7, D-64291 Darmstadt. email: museumsbahn@t-online.de
Angebot und Preise der SBB und der Nachbarbahnen SNCF, DB, FS/Trenitalia und ÖBB. Vergleich und Bewertung
18.06.2006

Carlo Pfund ist ehemaliger Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr der Schweiz und hat sich zur Aufgabe gemacht, die Preise für Bahnreisen in der Schweiz und deren Nachbarländern zu vergleichen und in einer Gesamtsicht zu bewerten. Entstanden ist eine 27-seitige Broschüre in einfacher Aufmachung, die jetzt in der "Gelben Serie" der LITRA (Informationsdienst des öffentlichen Verkehrs) erschienen ist.

Die Broschüre hält, was der Titel verspricht. In den ersten Kapiteln werden die verschiedenen Angebote umfassend aufgelistet. Das Spektrum reicht vom Normaltarif, über verschiedene Abonnemente, Tarife für spezielle Altersgruppen, Familienermässigung, Gruppentarife, Angebote für Unternehmen, Tarife für Reisende mit Wohnsitz im Ausland, Billigangeboten und anderen Ermässigungen bis hin zu Treueprämien. Ausgeschlossen werden nur die internationalen Angebote. Nicht spezifisch untersucht werden Verbundangebote, diese sind in der Regel aber auch nicht Angebote der im Titel erwähnten Bahnunternehmen.

In den weiteren Kapiteln erfolgt dann der Vergleich und die Bewertung. Dabei basiert die Bewertung nicht nur auf dem Preis, sondern beinhaltet auch qualitative und begründete Argumente. Hier erfährt der Leser der Broschüre auch viele Details zu den Tarifen. Kapitel 5 bringt die knappe und klare Positionierung des SBB-Tarifsystems im Vergleich zu den Nachbarbahnen.

Die Broschüre macht auch etwas klar: Carlo Pfund ist kein Verfechter komplizierter Tarife. Dies wird in den Kapiteln "Tendenz und Problematik" sowie "Billigpreise – Billigangebote" deutlich. Hier bringt er auch die Sicht des Reisenden in den Vergleich ein: Was bedeutet es, wenn es zur einfachen Formel "Alle Reisen im Eurostar ab EUR 29" drei Seiten Benützungsvorschriften gibt? Ist der Kunde unsicher, ob er den preisgünstigsten Fahrschein erworben hat, so führt dies zu Unzufriedenheit wenn er sich getäuscht fühlt. Diese These ist durch verschiedene Studien in der Psychologie gestützt.

Die Broschüre ist durchwegs lesenswert. Da die Informationsdichte jedoch recht hoch ist, hätte die Broschüre mit einem etwas einheitlicheren Schriftbild – der kursive Schriftschnitt übernimmt zu viele Aufgaben – noch gewinnen können. Ein kleiner Fehler ist im Glossar zu finden: Hier ist das Streckenabonnement als persönlich definiert, während im Haupttext die zum Teil vorhandene Übertragbarkeit als Unterschied in den Vergleich einfliesst.

Die Broschüre ist auch als Überblick über die aktuellen Tarife geeignet, auch wenn natürlich viele Erklärungen dazwischen stehen. Sie fördert das Verständnis für andere Tarifsysteme. Zudem hat Carlo Pfund einen Problempunkt solcher Vergleiche ausgezeichnet umschifft: Es gibt kein simples Gesamturteil "System x ist das Beste".

Die Broschüre aus der "Gelben Reihe" der LITRA ist als pdf-Datei auf der Website der LITRA Neues Fenster oder direkt hier erhältlich. (220 kB)

Titel: Angebot und Preise der SBB und der Nachbarbahnen SNCF, DB, FS/Trenitalia und ÖBB. Vergleich und Bewertung
Autor: Carlo Pfund
Art: Broschüre im Format A5. Schwarz-weiss. 27 Seiten.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2006
Preis: gratis (als pdf-Datei)
Verlag: LITRA, Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr, Spitalgasse 30, Postfach 7123, CH-3001 Bern
„Tous les billets…“ Recueil illustré de la billetterie des transports en commun de Genève et sa région (1864-2000)
18.09.2005

„Tous les billets…“ ist ein von Alain Primatesta (auch bekannt für seine Eisenbahn-Filme) und Erwin Mast selten schön gestaltetes und praktisches Büchlein für den Billettsammler und den Liebhaber der Genfer Transportbetriebe. Auf 127 Seiten sind 141 Gruppen von Fahrausweisen farbig in fast ausnahmslos guter Qualität und mit Erläuterungen abgebildet. Leider sind alle Abbildungen der Zettelbillette mit Linienschema-Aufdruck von 1920 nur verkleinert dargestellt. Ein Billett dieser Gruppe hätte vorteilhafterweise in Orignalgrösse gezeigt werden sollen.

Ganz toll ist der Einstieg in diese vollständige Übersicht der Fahrausweise mit dem Kapitel „Les jetons“. Vom ältesten Jeton aus dem Jahre 1864 bis zum letzten von 1900 sind zwölf Exemplare mit der Vorder- und Rückseite abgebildet. Selbst das Kapitel „Cartes multiparcours“ (Mehrfahrtenkarten) ist eine Augenweide. Die weiteren Kapitel „Les billets“, „Titres transfrontaliers“, „Carte@bus“, „Cartes journalières“, „Cartes touristiques“, „Les abonnements“, „Cartes de circulation“, „Cartes spéciales“, „Billets Palexpo/bus“ und „Noctambus/ Taxibus“ unterstreichen die umfassende Darstellung. Das im Inhaltsverzeichnis noch erwähnte Kapitel über „Mouettes genevoises“ ist jedoch im ganzen Buch nirgends zu finden…

Das Buch ist im TPG Billettbüro im Bahnhof Genf Cornavin, aber z.B. auch bei www.eisenbahnbuch.ch im Buchladen Hp. Bärtschi, Lindstrasse 35, 8400 Winterthur, erhältlich.

Titel: „Tous les billets…“ Recueil illustré de la billetterie des transports en commun de Genève et sa région (1864-2000)
Autoren: Alain Primatesta und Erwin Mast
Art: Farbige Abbildungen von 141 Gruppen von Fahrausweisen auf 127 Seiten. Erklärungen zu den Fahrausweisen und einige historische Angaben zu den Verkehrsunternehmen, in französischer Sprache. Format 21 cm x 21 cm. Ringbindung.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2000
Preis: CHF 37, EUR 25
Verlag: Mythraz Edition, BP 2648, CH-1211 Genève 2
Fahrkarten in Deutschland
07.06.2004

Die mehr als 700 farbigen Abbildungen von Fahrkarten und die ergänzenden schwarz-weissen Fotos sind ausnahmslos in tadelloser Qualität gedruckt und sehr ansprechend präsentiert.

Auch inhaltlich vermag das Buch zu überzeugen. Der Autor Hermann Lohr war eine wichtige Person in der Reichsbahndirektion Erfurt und damit auch ein Kenner des Tarifwesens und der Fahrkartendruckerei.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. In einem ersten Teil werden verschiedene Aspekte des Fahrkartenwesens ausgeleuchtet und mit Text erläutert. So werden neben vielen Weiteren etwa die Themen "Zusammengestellte Fahrscheinhefte", Einführung von Schalterdruckern, Versuche der Vereinheitlichung des Fahrkartenlayouts, Aufkommen einer immer grösseren Zahl von Spezialbilletten und Vergünstigungstarifen aufgenommen und illustriert.

Der zweite Teil ist eine Vorstellung verschiedener Fahrkarten-Mustersammlungen, beginnend mit Mustersammlungen der Länderbahnen von 1900 und endend mit der Reichsbahn Mustersammlung von 1958. Nebst Abbildungen von Fahrkarten-Mustern sind in übersichtlichen Tabellen jeweils Typ, Format und in graphischer Form die Farbe der entsprechenden Fahrkarte aufgelistet, was bei der Klassifizierung von Fahrkarten doch sehr nützlich ist.

Das Buch spricht nebst den Fahrkartensammlern auch den allgemein an Verkehrsgeschichte interessierten Leser an.

Titel: Fahrkarten in Deutschland
Autor: Hermann Lohr
Art: Über 700 farbige Abbildungen auf 152 Seiten. Format A4, Festeinband.
ISBN: 3-935961-05-7
Erscheinungsjahr: 2004
Preis: EUR 39,80 (de), CHF 62,90 (ch), EUR 41,00 (at)
Verlag: H.-J. Barteld REDAKTION & VERLAG, Robert-Guezou-Straße 27, D-07980 Berga/Elster. email info@barteld-verlag.de
Atlas des Transports 2004-2005. Guide des transports de voyageurs
25.06.2005

In den vergangenen rund 25 Jahren wurde der Französische Nahverkehr vollständig umstrukturiert. 1979 gab es z.B. nur drei Städte mit ein oder zwei Strassenbahnlinien. Heute gibt es 14 solche Städte und zudem über 230 Stadtverkehrsbetriebe und sechs Städte mit einer U-Bahn. All dies wurde auch von einer massiven Umgestaltung der Art, wie die Verkehrsunternehmen gegenüber der Öffentlichkeit auftreten, begleitet. Marketing-technisch gewählte Betriebsnamen führten dazu, dass die Fahrscheine von städtischen Nahverkehrslinien nur sehr schwierig den entsprechenden Städten zugeordnet werden können, respektive die Aufschriften nur den ortsansässigen Reisenden geläufig sind. Ein paar Beispiele: SQYBUS (St.Quentin), ST2A (Alès oder auch Aix-les-Bains), LE TUB (Bar-le-Duc), SUNBUS (Nice) und AUTOPLUS (La Rochelle). Das Buch "Atlas des Transports 2004-2005. Guide des transports de voyageurs" kann hier eine grosse Hilfe bieten, da es unter anderem alle diese Stadtverkehrsbetriebe Frankreichs auflistet. (Nicht behandelt werden jedoch Überlandverkehrsgesellschaften.)

Der erste Teil des Buches enthält einen Atlas von Frankreich mit allen Eisenbahnlinien und Bahnhöfen auf 16 Doppelseiten sowie eine Übersicht des SNCF Fahrkartenangebots mit den zugehörigen Bedingungen. Sektion 2 listet alle 21 von regionalen Behörden beaufsichtigten Eisenbahndistrikte auf und erwähnt für jede Region das Streckennetz und die speziellen Fahrkarten und ihre Bedingungen. Danach folgt ein kurzes Kapitel mit Verkehrsplänen und Fahrscheinangeboten zu Paris und ein Teil mit Karten von 25 weiteren Stadtnetzen in Frankreich und in Nachbarstaaten (z.B. Bruxelles, Basel und Saarbrücken). Zu 40 Bahnhöfen ist die nächste Umgebung kartiert und angegeben wo die weiterführenden Bus-/Tramlinien zu finden sind (inkl. Liniennummern und Endzielen). Anschliessend folgt der oben erwähnte Abschnitt mit der Auflistung von Informationen über die mehr als 230 städtischen Verkehrsunternehmen. Abgerundet wird das Werk mit Angaben zur Erschliessung von touristischen Reisezielen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Das Buch hat keine ISBN und dürfte daher nur schwierig über örtliche Buchhandlungen zu erhalten sein. Es sollte jedoch bei Kiosken in Französischen Bahnhöfen und Flughäfen erhältlich sein. Ebenso kann es direkt beim herausgebenden Verlag Itinéraires & Territoires und dessen Website www.itineraires-et-territoires.com bestellt werden.

Titel: Atlas des Transports 2004-2005. Guide des transports de voyageurs
Autor: keine Angabe
Art: Auf 33 Karten ist das gesamte Bahnnetz Frankreichs dargestellt, 25 Métro- und Strassenbahnkarten, Informationen zu 225 städtischen öV-Netzen, 40 Bahnhofskarten, 44 Farbillustrationen von Bussen, Strassenbahnen auf 192 Seiten. Format A5.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2004
Preis: EUR 12 (fr)
Verlag: Itinéraires & Territoires, 285 quarter, av.Victor Hugo, F-93100 Montreuil. web www.itineraires-et-territoires.com
Der Postbus kommt – 100 Jahre Kraftpost in Deutschland
25.06.2005

Aus Anlass des Jubiläums 100 Jahre Kraftpost in Deutschland haben die Autoren für die Deutsche Post AG eine umfangreiche Dokumentation zusammengestellt. In der 192seitigen Chronik wird der Bogen von den Anfängen der Personenbeförderung bei der Post bis zu ihrem Ende gespannt. Der gut und flüssig lesbare Text wird durch unzählige Schwarzweiß- und Farbabbildungen illustriert. Historische Fotos, Fahrplanauszüge, Linienpläne, Fahrkarten und natürlich Briefmarken und Stempel ergänzen den Text anschaulich.

Neben Vorwort und Anhang gliedert sich die Dokumentation in 7 Kapitel: 1) Postkutsche mit Motor – Pferdekraft im Vierertakt um 1900, 2) Der Omnibus wird verkehrsfähig – Anfangsjahre der Kraftpost 1905 – 1918, 3) Lebensader auf dem Lande – Kraftpost zwischen den Weltkriegen, 4) Liniendienst und Urlaubsfahrten – Alpen, Eifel und Harz, 5) Vom Neuanfang in Gelb zum Ende auf Raten – Postreisedienst nach 1945, 6) Dieselmotoren, Luftreifen, Niederrahmen – Technik der Post-Omnibusse, 7) Der Postbus kommt noch immer – Traditionspflege rund um die Kraftpost.

Das Thema Fahrkarten und Tarife wird kurz behandelt und in den verschiedenen Kapitel immer wieder gestreift, z.B. „Fahrpreispolitik ab 1933“ oder „Fahrscheinzettel, Lochzange und Almex-Drucker“. Dem interessierten Leser, der mehr über die Kraftpost und ihre Geschichte erfahren will, sei das Buch empfohlen. Es kann nicht im Buchhandel, sondern nur direkt über die Deutsche Post AG bezogen werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass zu dem Anlass auch eine Sondermarke erschienen ist, von denen 2 Viererblocks in das Buch eingeklebt und mit Sonderstempel vom 12. Mai 2005 entwertet wurden.

Titel: Der Postbus kommt – 100 Jahre Kraftpost in Deutschland
Autoren: Jörg-Michael Hormann und Volkhard Stern
Art: Zahlreiche Farb- und Schwarzweiss-Abbildungen auf 192 Seiten. Format 21,5 cm x 28 cm, Festeinband mit Silberprägung.
ISBN: keine; Artikel Nr. 000732
Erscheinungsjahr: 2005
Preis: EUR 39,80 (de)
Verlag: Deutsche Post AG, Niederlassung Philatelie, D-92628 Weiden. web philatelie.deutschepost.de/philatelie
Bahnprofil Schweiz '05
04.10.2004

Der Autor ist mit seinem Standardwerk "Schienennetz Schweiz" auch bei den Fahrkartensammlern und -interessierten bekannt. Dieses Werk liefert viele wichtige Angaben zur Klassifizierung und für Tariffragen, die sonst nicht zu finden sind. Gleiches darf man auch wieder von seinem neusten Werk "Bahnprofil Schweiz '05 - ein technischer Reisebegleiter" sagen. Das durchwegs zweisprachig Deutsch/Französisch gehaltene Werk im reisefreundlichen Format ist dabei auf dem neust möglichen Stand: Mit der Integration der Bauten von Bahn 2000, 1. Etappe, stellt es die Eisenbahnsituation in der Schweiz zum Fahrplanwechsel im Dezember 2004 dar.

Kernstück des Buchs sind die Streckenprofile sämtlicher Eisenbahnen der Schweiz. Erstmalig werden auch die Streckenanteile der Kantone am Schienennetz ausgewiesen. Für die grössten Bahnknoten sind überdies detaillierte Schemas der Bahnanlagen enthalten. Mit der Angabe der Streckenlängen zwischen den Stationen – interessant im Vergleich zu den im Kursbuch enthaltenen Tarifkilometern – erhält der Leser sonst nicht publizierte Angaben.

Einziger Wermutstropfen ist die teilweise etwas gar kleine Schrift, speziell im Zusammenhang mit hinterlegten Rastern. In Anbetracht der riesigen Informationsmenge und dem Anspruch, ein Reisebegleiter zu sein, ist die kleine Schrift aber auch nicht sehr erstaunlich. Und das Buch ist ja ein Nachschlagewerk und nicht ein Lesebuch.

Wer "Schienennetz Schweiz" bereits sein eigen nennt, erhält mit "Bahnprofil Schweiz '05" ein ergänzendes Werk mit dem neusten Stand. Aber auch als selbstständiges Werk ist "Bahnprofil Schweiz '05" empfehlenswert. Weniger der Geschichte verpflichtet als "Schienennetz Schweiz", jedoch eine Situationsbeschreibung zu einem wichtigen Moment der Schweizer Bahngeschichte.

Titel: Bahnprofil Schweiz '05
Autor: Hans G. Wägli
Art: Statistische Angaben und 231 Streckenprofile der Schweizer Eisenbahnen auf 144 Seiten. Deutsch/Französisch. Format 10,5 cm x 25,5 cm.
ISBN: keine
Erscheinungsjahr: 2004
Preis: CHF 38,50 (inkl. Versand innerhalb der Schweiz), EUR 30,00 (inkl. Versand ins europäische Ausland)
Verlag: Diplory Verlag, Bachtelen 45, CH-3308 Grafenried. email diplory@gmx.ch.
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